10 Faktoren, die die Blasengesundheit beeinflussen

Es ist wichtig, Ihre Blase gesund zu halten – insbesondere, wenn Sie unter einer Blasenfunktionsstörung leiden. Lesen Sie mehr über einige häufige Faktoren, die sich auf die Gesundheit Ihrer Blase auswirken, und erhalten Sie Tipps, wie Sie gesund bleiben.

Erfahren Sie, wie Sie gute Entscheidungen treffen, um Ihre Blase gesund zu halten.

Von Lisa Vlamakis, zertifizierte Rehabilitationskrankenschwester (MSN, RN, CRRN)

Verschiedene Einflussfaktoren, sei es physiologischer, medizinischer, lebensstilbedingter, entwicklungsbedingter, sozialer oder umweltbedingter Natur, können im Verlauf Ihres Lebens Auswirkungen auf die Gesundheit Ihrer Blase haben. Besonders wenn Sie an einer neurogenen Blasenstörung oder Blasenfunktionsstörung leiden, ist es wichtig, sich dieser bewusst zu werden. Im Folgenden finden Sie 10 häufige Faktoren und Tipps, wie Sie Ihre Blase schützen und gesund erhalten können.

Faktor 1 – Verstopfung: Da Dickdarm und Blase so nahe beieinander liegen, ist es nicht verwunderlich, dass die Muskeln und Nerven, die den Stuhlgang und das Wasserlassen steuern, sich gegenseitig beeinflussen. Harter, verdichteter Stuhl im Dickdarm kann Druck auf die Blase ausüben und dazu führen, dass sie sich nicht vollständig füllt oder entleert oder sich zusammenzieht, wenn sie dies nicht soll. Häufige Verstopfung kann zu Harninkontinenz oder Harnwegsinfektionen (HWI) führen.

Tipp: Nehmen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel und ausreichend Flüssigkeit zu sich und treiben Sie regelmäßig Sport. Diese Gewohnheiten helfen Ihnen, durch Verstopfung verursachte Blasenkomplikationen zu vermeiden.

Faktor 2 – Adipositas: Bei Frauen kann langfristiges Übergewicht zu einer hypermobilen Harnröhre führen. Dabei verschließt die geschwächte Beckenbodenmuskulatur die Harnröhre (die Röhre, die den Urin aus der Blase nach außen führt) nicht ausreichend. Dieser Zustand kann zu Harninkontinenz, einer überaktiven Blase oder einer so schwerwiegenden Harnretention führen, dass eine Katheterisierung erforderlich ist.

Tipp: Machen Sie Kegel-Übungen. Bei Kegel-Übungen werden die Beckenbodenmuskeln (die sowohl die Blasen- als auch die Darmfunktion unterstützen) wiederholt im Wechsel angespannt und entspannt, um diese zu stärken.

Faktor 3 – Medikamente: Viele herkömmliche Medikamente können die Blasenfunktion beeinträchtigen. Muskelrelaxantien und Beruhigungsmittel können die Harnröhre entspannen und zu häufigem Wasserlassen und Belastungsinkontinenz (d. h. Harnverlust bei körperlicher Aktivität) führen. Betäubungsmittel können zu Harnretention führen. Antihistaminika können die Blase in ihrer Fähigkeit sich zu entleeren behindern. Und trizyklische Antidepressiva können den Urinverlust und die Belastungsinkontinenz verstärken.

Tipp: Prüfen Sie Ihre Medikamente mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Blase.

Faktor 4 – Ernährung: Essen und Trinken können sich erheblich auf die Blasengesundheit auswirken. Kaffee, Tee, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, Energy-Drinks und Fruchtsäfte haben einen hohen Säuregehalt, der die Blase reizen kann. Der tägliche Konsum dieser Getränke könnte im Laufe der Zeit sogar die Blasenwände schädigen. Künstliche Süßstoffe wie Sucralose und scharfe Speisen wie Chilisaucen sind ebenfalls bekannte Blasenreizstoffe.

Tipp: Vermeiden Sie Reizstoffe. Verwenden Sie natürliche Süßstoffe wie Honig oder Agavendicksaft. Trinken Sie täglich mindestens sechs Gläser Wasser. Informieren Sie sich auch über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die die Gesundheit Ihrer Blase fördern können, wie z. B. Vitamin C, Oreganoöl, D-Mannose und Probiotika – fragen Sie hierzu unbedingt zuerst Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Faktor 5 – Rauchen: Dass Rauchen Lungenkrebs verursachen kann ist weitgehend bekannt. Aber wussten Sie auch, dass Raucher dreimal häufiger an Blasenkrebs erkranken als Nichtraucher? Der Urin von Rauchern enthält eine sehr hohe Konzentration der in Zigaretten enthaltenen Giftstoffe, sodass die Blase diesen Giftstoffen bis zum Entleeren stundenlang ausgesetzt ist.

Tipp: Auch wenn es nicht einfach ist: Wenn Sie rauchen, arbeiten Sie an einem Plan, mit dem Rauchen aufzuhören. Holen Sie sich bei Bedarf Hilfe und Unterstützung.

Faktor 6 – Badezusätze: Wenn Sie gerne ein entspanntes Bad nehmen, sollten Sie wissen, dass einige Badezusätze Harn- und gynäkologische Probleme verursachen können. Die Zusatzstoffe, die Badebomben ihren Duft geben und den sprudelnden Effekt erzeugen, können reizende Chemikalien und Farbstoffe enthalten, die das Risiko einer Harnwegsinfektion erhöhen. Badesalze können zu Veränderungen des vaginalen pH-Werts führen und die Wahrscheinlichkeit von Hefepilzinfektionen erhöhen.

Tipp: Verwenden Sie stattdessen ätherische Öle.

Faktor 7 – Diabetes. Wenn diese schwerwiegende Erkrankung nicht sorgfältig behandelt wird, kann sie Blasenprobleme verursachen. Ein erhöhter Glukosespiegel kann diejenigen Nerven schädigen, die Körperfunktionen wie die Blasenentleerung steuern. Mit der Zeit kann es sein, dass die Muskeln und Nerven, die zusammenarbeiten müssen, um den Urin zurückzuhalten, nicht mehr richtig funktionieren. Dies kann zu häufigem Wasserlassen, Harndrang, Inkontinenz, Harnverhalt oder häufigen Harnwegsinfekten führen.

Tipp: Wenn Sie Diabetes haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wie Sie eine Blasenfunktionsstörung vermeiden können.

Faktor 8 – Entwicklung in der Kindheit: Kinder mit Harnproblemen entwickeln im Erwachsenenalter häufig Blasenprobleme. Beispielsweise leiden Kinder, die vergleichsweise spät gelernt haben, selbstständig auf die Toilette zu gehen, im Erwachsenenalter häufig an einer überaktiven Blase und Harninkontinenz.

Faktor 9 – Soziale Ablehnung: Inkontinenz wird manchmal zu Unrecht mit mangelnder Sauberkeit in Verbindung gebracht. Diese negative Wahrnehmung kann Menschen davon abhalten, bei Inkontinenzproblemen Hilfe zu suchen, und kann dazu führen, dass sie ihre sozialen Interaktionen einschränken.

Tipp: Wenn Sie unter Inkontinenz leiden, zögern Sie nicht mit einem Therapeuten, einer Therapeutin oder mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu sprechen.

Faktor 10 – Arbeitsleben: Für eine gesunde Blase ist es wichtig, häufig und bei Bedarf zu urinieren, statt den Urin zurückzuhalten. Berufliche Anforderungen machen dies aber manchmal schwierig. Für Pflegekräfte ist es beispielsweise oft gar nicht so einfach, Zeit für den Gang zur Toilette zu finden. Mitarbeiter im Einzelhandel erhalten möglicherweise gerade dann keine Pausen, wenn sie sie brauchen. Und Menschen auf Geschäftsreise haben möglicherweise nicht immer einfachen Zugang zu einer Toilette.

Tipp: Wenn Sie an Blasenproblemen leiden, sollten Sie dies bei beruflichen Entscheidungen berücksichtigen und der Gesundheit Ihrer Blase, wenn möglich, Vorrang einräumen.

Das Wichtigste in Kürze

Je mehr Sie über die Faktoren wissen, die Ihre Blasengesundheit beeinflussen, desto bessere Entscheidungen können Sie treffen. – Dies ist besonders wichtig, wenn Sie an einer Blasenfunktionsstörung leiden.


Finanzielle Offenlegung: Lisa Vlamakis hat von Hollister Incorporated eine Vergütung für ihren Beitrag zu diesem Artikel erhalten.

Lisa Vlamakis, MSN, RN, CRRN, hat einen pflegewissenschaftlichen Master-Abschluss in Gesundheitsverwaltung und -pädagogik. Sie ist eine zertifizierte Rehabilitationskrankenschwester mit mehr als 26 Jahren Erfahrung in der Rehabilitationskrankenpflege und Mitarbeiterin des Intermountain Medical Center, wo sie die Position der Pflegedienstleitung in der Neuro Specialty Rehabilitation Unit innehat.