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Funktionsweise Ihres Nervensystems

Ihr Nervensystem ist komplex – mit einigen grundlegenden Informationen erhalten Sie ein tieferes Verständnis über Ihre Verletzung.

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Hier erhalten Sie Informationen über Ihr Nervensystem nach einer Rückenmarkverletzung.

Grundlegende Kenntnisse helfen Ihnen, sich sicherer zu fühlen. Wenn Sie kürzlich eine Rückenmarkverletzung hatten, können Kenntnisse über Ihr Nervensystem hilfreich sein. So verstehen Sie auch Ihre Verletzung besser. 

Grundlagen zum Nervensystem

Die drei wichtigsten Bestandteile des Nervensystems sind:

  1. Das Gehirn Das Gehirn ist das Zentrum, das sämtliche Informationen aus dem Körper verarbeitet. Das Gehirn empfängt und versendet Signale und Impulse zur Kontrolle der Körperfunktionen.
  2. Das Rückenmark: Das Rückenmark ist der größte Nerv in Ihrem Körper. Es ist rund 45 cm lang und führt von der Gehirnbasis entlang des Rückens bis zur Taille. Die Wirbelsäule ist eine knöcherne Struktur, die das Rückenmark schützend umgibt. Sie ist in mehrere Bereiche unterteilt.
  3. Die Nerven Die Nerven sind Strukturen, die aus Nervenfasern bestehen. Die Nervenfasern kommunizieren durch den Körper hindurch Impulse an die Muskeln und Organe.

Diese drei Komponenten kommunizieren miteinander und arbeiten zusammen, um den Körper zu bewegen, Berührungen zu spüren und die Körperfunktionen – so wie etwa Atmen, Verdauungssystem, Blase und Blutdruck – zu steuern. 

Vollständige und inkomplette Rückenmarkverletzung

Wenn das Rückenmark verletzt wird, kann das Nervensystem nicht mehr wie gehabt kommunizieren. Die Nerven über der Verletzung funktionieren noch; die Nerven unter der Verletzungshöhe können jedoch Signale nicht mehr vollständig empfangen oder senden. Manchmal sind sämtliche Signale unterbrochen, sodass unter der Verletzungshöhe keine motorische Funktion oder Berührungsempfindung mehr möglich ist. 

Der Schweregrad einer Verletzung wird als vollständig oder inkomplett beschrieben. Eine vollständige Rückenmarkverletzung bedeutet, dass sämtliche Funktionen unter der Verletzungshöhe verloren gegangen sind. Bei einer inkompletten Rückenmarkverletzung sind unter der Verletzungshöhe noch einige sensorische oder motorische Funktionen vorhanden. Bei einer inkompletten Rückenmarkverletzung sind in den Segmenten S4 und S5 des Rückenmarks noch Funktionen vorhanden (siehe Grafik). 

Ihr Arzt führt verschiedene Tests durch, um zu ermitteln, ob bei Ihnen eine vollständige oder inkomplette Rückenmarkverletzung vorliegt. Die Art Ihrer Rückenmarkverletzung kann sich im Laufe der Zeit verändern, daher werden wahrscheinlich mehrfach Tests durchgeführt.

Arten von Rückenmarkverletzungen

Die Bewegungsfähigkeit oder Funktionsweise hängt von der Art der Verletzung Ihres Rückenmarks ab. Das Rückenmark besteht aus vier segmentalen Abschnitten: Zervikalmark, Thorakalmark, Lumbalmark und Sakralmark:

  1. Eine Querschnittlähmung ist eine Lähmung, bei der die Beine und der untere Teil des Körpers gelähmt sind. Sie tritt gewöhnlich bei Verletzungen in Höhe von Th2 oder darunter auf.
  2. Eine Tetraplegie betrifft die Bereiche unter dem Nacken sowie beide Arme und Beine. Sie tritt gewöhnlich bei Verletzungen in Höhe von T1 oder darüber auf. 
  3. Eine Triplegie verursacht einen Verlust der Berührungsempfindung und der Bewegungsfähigkeit an einem Arm und beiden Beinen. Eine Triplegie resultiert üblicherweise aus einer inkompletten Rückenmarkverletzung.

 

Im Folgenden finden Sie eine vollständige Liste der Wirbelsäulenabschnitte und der damit verbundenen Körperfunktionen:

Wirbelsäulenabschnitt Beeinträchtigte Körperfunktion
C1-3 Kopfsteuerung
C5 Anheben des Arms und der Schulter, Ellbogenbeugung
C8 Fingerbeweglichkeit
T2-T12 Tiefes Atmen
L1-L2 Hüftbeugung


Bewertung Ihrer Verletzung

Ihr Arzt kann die Vollständigkeit Ihrer Verletzung sowie die Art Ihrer Rückenmarkverletzung beurteilen. Nach Durchführung sämtlicher Tests erfahren Sie, welche Funktionen Sie verloren haben und welche Funktionen weiterhin vorhanden sind. Ihr Arzt teilt Ihnen außerdem mit, ob Sie einige der Funktionen im Laufe der Zeit zurückerhalten. 

Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihr Gesundheitsteam. Dieses kann Sie außerdem mit zusätzlichen Ansprechpartnern und Unterstützungsmöglichkeiten versorgen.